Ich mache, was ich will

Das ist das Ziel von Bernd Schwarzfelds Coaching, aber auch sein Lebensmotto. Gesellschaftlich ist das suspekt, denn wer macht, was er will, ist unangepasst. Und das war Bernd Schwarzfeld schon immer. Sein Elternhaus hat es ihm sehr leicht gemacht. Er ist in einem Dorf im Harz aufgewachsen. Seine Familie war 1965 aus dem Ruhrgebiet zugezogen und betrieb zuerst einen Holzrückebetrieb mit Pferden. Aufgrund des dunklen Teints der Familienmitglieder nahm das Dorf an, sie seien „Zigeuner“. Zudem war der Vater bald ein dorfbekannter Säufer – damit wurde Bernd zum Außenseiter, zum Exoten: „Das hat mich in der Kindheit sehr leiden lassen – ein permanentes Minderwertigkeitsgefühl durch einen auch körperlichen Makel, für den Menschen 20 Jahre zuvor in deutsche Lager gesperrt und ermordet wurden.“ Seine sieben Jahre ältere Schwester hat sich 1969 das Leben genommen. Bernd Schwarzfeld war elf Jahre alt.

Aber das Außenseitertum bedeutete Freiheit und Unabhängigkeit. Denn er musste keine Erwartungen erfüllen und hatte nie die Probleme seiner Schulkameraden, die in starren Dorfkonventionen leben mussten. Er konnte beobachten und experimentieren. Er lernte wunderbare Menschen kennen, denen er tiefes Vertrauen entgegenbringen konnte. So entwickelte er auch einen starken Bezug zu den elterlichen Holzrücke-Pferden, die für ihn Vertraute und Gefährten waren. Er hatte nie das Bedürfnis, sie zu reiten – und das hat er bis heute nicht. „Ich bin wohl der einzige Mensch auf dieser Erde, der auf diese spezielle Art mit Pferden arbeitet, ohne sie zu reiten und ohne das Ziel zu haben, sie zu reiten.“

Er schaffte es aus dem Harz heraus, machte seine Hochschulreife und studierte Ingenieurswissenschaften in Westberlin. 1985 lernte er seine heutige Ehefrau kennen und zog spontan nach Hamburg, wo er bald einen sicheren Arbeitsplatz bei den Hamburgischen Elektritzitätswerken fand – und ihn wieder aufgab: „Ich habe 1991 meinen Job mit 14,75 Monatsgehältern bei den HEW gekündigt. Andere hätten alles gegeben, um diesen Job als Lebensstellung zu bekommen. Ich habe grundlos ohne klare Alternative und neues Angebot gekündigt und habe mich selbstständig gemacht. Das war ein starkes aber undefinierbares Gefühl, das mich angetrieben hat. Alle haben gedacht, ich sei verrückt. Für mich war es ein konsequenter und logischer Schritt hin zu meinem Ziel.“

Bernd Schwarzfeld machte sich selbständig und gründete allein „Ökoplan – Büro für zeitgemäße Energieanwendung“. Bald erarbeitete er Lösungen für komplexe energetische Zusammenhänge. Im Rahmen seiner technischen Beratertätigkeit erlebte er immer wieder, wie inhaltliche und auch kommunikative Konflikte seine Kunden blockierten, Fremdwahrnehmung zur Eigenwahrnehmung wurde, Ausgrenzung zur Strategie. Von seinen Pferden könnten sie viel lernen, sagte er sich und machte den konsequenten Schritt zur Ausbildung als pferdegestützter Coach. Seitdem bietet er Coachings für Firmen, Teams und Einzelpersonen an. Da auch seine Lieblingstiere unter falschem Verhalten der Menschen genauso leiden wie unter kommunikativen Missverständnissen zwischen Mensch und Pferden, schloss er eine Ausbildung zum Tierverhaltenspsychologen ab und arbeitet seitdem mit seinem Team auf einem eigenen Hof mit Menschen und Tieren gemeinsam. Sein Ziel: „Der Mensch möchte gefallen, nicht anecken, und erfüllt gesellschaftliche Erwartungen, die verhindern, dass er macht, was er will. Ich muss für mich klären, was „Sein“ bedeutet, worum es im Leben geht, und wie ich dahin komme, dass ich mich wohlfühle, stolz und unabhängig durchs Leben komme und dadurch gesund bleibe. Das Leben gegen die wirklichen Gefühle zu leben, macht auf Dauer krank.

Projekte von Bernd Schwarzfeld sind unter anderem:
EQUHOM.de und BZE-Ökoplan.de